Konzept
Erlebnispädagogik vereint verschiedene pädagogische Ansätze zu einem schlüssigen Lernkonzept:
Angemessene Herausforderung - angepasst an Ziele und Fähigkeiten der Gruppe
Das Erlebte wirkt für sich - das Erlebte für sich ist mit Erkenntnisgewinn verbunden
Selbstgestaltung - die Teilnehmer bestimmen selbst ihre Ziele und Bedürfnisse
Freiwilligkeit - die Teilnehmer entscheiden sich bewusst für ihre Herausforderung
Metaphorik - Übungen stehen exemplarisch für Alltagssituationen
Reflexion - bewusstes Verarbeiten der Erlebnnisse und Transfer in den Alltag
Körper und Geist - sowohl physische als auch psychische Herausforderungen
Sicheres Umfeld - psychische und physische Sicherheit wird garantiert
Umwelt und Natur - die Teilnehmer erleben bewusst Natur und Umwelt

| Bedingungen
Die Lernbedingungen sind entscheidend für den Lernerfolg. Die Aufgabe der Trainer ist dabei, die notwendige Umgebung zu schaffen und die Teilnehmer in ihrem Lernprozess zu
leiten und zu unterstützen.
Notwendigkeit
Grundsätzlich muss man sich der Notwendigkeit eines Lernprozesses im Klaren sein. Unzufriedenheit mit einer bestehenden Situation ist der stärkste Faktor, um erfolgreich zu
lernen. Dies setzt ein Problembewusstsein vorraus. Dazu gehört emotional Angst und Unsicherheit aber auch Mut und Wille zur Veränderung.
Vision
Damit ein Mensch in einen Lernprozess eintritt, muss er eine Vision sowie ein lohnendes und sinnvolles Ziel haben. Auf der emotionalen Ebene sind dies Hoffnung und Sehnsucht.
Lernklima
Während des Lernprozesses ist eine vertrauensvolle Atmosphäre wichtig. Dem Versagens- und Frustrationsrisiko muss eine verlässliche Unterstützung von Seiten der Gruppe und der Trainer gegenüberstehen. Dies setzt eine Zugehörigkeitsgefühl sowie Akzeptanz und Respekt in der Gruppe voraus.

| Lernzone
Das "Lern-Zonen-Modell" beschreibt auf einfache Weise die Voraussetzungen für Lernen. Im Zentrum des Modells befindet sich die Komfortzone. Diese Zone stellt das bekannte und
sichere Umfeld dar. In ihr bewegen wir uns gewöhnlich im Alltag. Hier fühlen wir uns sicher.
Lernen bedeutet dagegen, etwas Neues kennen lernen, sich einer Herausforderung stellen. Bleibt man in seiner gewohnten Komfortzone, kann man nichts dazu lernen. Um in die Lernzone
zu gelangen, müssen wir die Komfortzone verlassen, altes und gewohntes hinterfragen und neue Wege wagen.
Dies ist aber mit einem gewissen Risiko verbunden. Wagt man sich zu weit hinaus ins "Unbekannte" kann es sein, dass man hilflos und orientierungslos wird. Dann befinde man sich
in der Panikzone. Dort gibt es keinen Lernerfolg.
Die Erlebnispädagogik führt die Teilnehmer mit geeigneten Methoden gezielt in die Lernzone. Sie stellen sich ihrer Herausforderung und meistern sie. Dabei sind die Trainer dafür
verantwortlich die Teilnehmer sicher in die Lernzone zu begleiten und darauf zu achten, dass sie nicht in die Panikzone kommen.

| Lernzirkel
Der folgende "Experimental-Learning-Cycle" stellt den idealen Lernprozess dar und macht die Interessen und die Aufgaben der Erlebnispädagogik deutlich. Die Gruppe definiert sich ein Ziel. Diese Herausforderung soll den Fähigkeiten der Gruppe angemessen sein. Sie muss einerseits außerhalb der Komfortzone, andererseits aber auch für die Gruppe erreichbar sein. Während der Aktion wird die Komfortzone verlassen, das Ziel erprobt und die Herausforderung gemeinsam gemeistert. Es schließt sich die Reflexion an. Das Erlebte wird bewusst verarbeitet. Unter Anleitung der Trainer wird bewertet, beurteilt und der Transfer der Erfahrungen in den Alltag vollzogen. Der Kreis wird geschlossen, indem sich die Gruppe ein neues Ziel setzt. Es entwickelt sich ein kontinuierlicher Lernprozess.

| Übungen
Der Lerninhalt wird exemplarisch in Übungen vermittelt. Ziel des Lernprozesses ist die Weiterentwicklung des einzelnen Teilnehmers sowie der Gruppe insgesamt. Dazu werden sie in
sogenannten Übungen vor psychische, physische und soziale Herausforderungen gestellt. Durch das Meistern der Herausforderung und die dabei gewonnen Eindrücke sowie deren anschließende
Reflexion, gewinnen die Teilnehmer neue, bewusst erlebte Erfahrungen. Sie nehmen sich selbst, die Gruppe und die ablaufenden Prozesse sowie ihre Umwelt bewusst wahr und lernen ihre
Lebenswelt verantwortungsvoll zu gestalten.
Eine Übung ist eine abgeschlossene Einheit, die ein oder meherer Ziele verfolgt. Sie besteht aus einer Einführung, meist in Form einer Geschichte oder Szene, einer Aktion mit
Herausforderung und der anschließenden Reflexion.
Wir unterscheiden dabei grundsätzlich die Übungstypen: Wahrnehmung, Vertrauen, Kooperation und Problemlösung. Eine Übung vereinigt in der Regel mehrere dieser Aspekte.

| Ziele
Mit einer Übung werden meist mehrere Ziele verfolgt. Primär zielt die Erlebnispädagogik auf den Auf- bzw. Ausbau der folgenden Kompetenzen ab:
PersönlichkeitsentwicklungSoziale Kompetenz
KooperationsbereitschaftKommunikationsfähigkeit
VertrauenKonfliktbewältigung
Initiative & VerantwortungRealistische Selbsteinschätzung
KörperbewusstseinKontaktaufnahme zu anderen
Helfen & helfen lassenOffenheit, Ehrlichkeit und Kritikfähigkeit
ZielfindungSelbstbewusstsein & Selbstwertgefühl